Tarifvertrag baugewerbe angestellte 2018 niedersachsen

DARES (2016) “La syndiicalisation en France”, Mai 2016 /DARES (2018) In den letzten Jahrzehnten wurde ein dezentralisiertes Verhandlungssystem entwickelt, das den Unternehmen mehr Autonomie sowohl von den Arbeitsgesetzen als auch von nationalen/sektoralen Tarifverträgen bietet. Beobachter bringen eine Reihe von Erklärungen vor, von denen zwei besonders prominent sind. Erstens sind die französischen Gewerkschaften hinsichtlich der Mitgliedschaft schwach, aber die gewerkschaftsnahe Mitgliedschaft ist oft eng mit dem Gewerkschaftsengagement verbunden. Andernorts ist fast jedes fünfte französische Gewerkschaftsmitglied ein aktiver Arbeitnehmervertreter. Zweitens werden praktisch alle Tarifverträge auf den gesamten Sektor ausgedehnt, was zu einer sehr hohen Deckungsquote von über 90 % führt, und dies lädt die Arbeitnehmer zum “Free Ride” ein, wobei die von den Gewerkschaften ausgehandelten Vorteile in Anspruch genommen werden, ohne sich zur Gewerkschaftsmitgliedschaft verpflichten zu müssen. Die 2008 verabschiedeten neuen Rechtsvorschriften über Tarifverhandlungen ermöglichen es, dass Betriebsvereinbarungen vom Grundsatz der Begünstigung abweichen, schließt jedoch ausdrücklich die auf sektoralen Ebenen ausgehandelten Mindestlöhne aus. Jüngste Änderungen haben die Möglichkeit für Unternehmensvereinbarungen eingeführt, im Gegenzug für die Arbeitsplatzsicherheit ein weniger günstiges Lohnniveau zu schaffen, wenn das Unternehmen in wirtschaftlichen Schwierigkeiten ist. Mit der Reform des Arbeitsrechts von 2016 wurde die Möglichkeit erweitert, überstunden weniger günstig zu entlohnen. So sieht die neue Verordnung beispielsweise vor, dass eine Vereinbarung auf Unternehmensebene oder, wenn es keine solche Vereinbarung gibt, in einer Vereinbarung auf Branchenebene den Satz für geleistete Arbeitsstunden über das gesetzliche Maximum hinaus festlegt. Dieser Satz darf jedoch nicht niedriger sein als die gesetzliche Zusatzzahlung von 10 %.

Das bedeutet, dass die Sozialpartner auf Unternehmensebene eine zusätzliche Zahlung von 15 % vereinbaren könnten, selbst wenn die Branchenvereinbarung 20 % vorsieht. Die gesetzliche Arbeitszeit in Frankreich beträgt 35 Stunden pro Woche. Mit den “Aubry-Gesetzen” von 1998 und 2000 wurde die gesetzliche Wochenarbeitszeit von 39 auf 35 Stunden von 2000 für alle Unternehmen mit mehr als 20 Beschäftigten und ab 2002 für kleinere Unternehmen reduziert. Alle französischen Unternehmen haben zwischen 2000 und 2004 Arbeitszeitverkürzungen ausgehandelt. Das Gesetz erlaubt eine Vielzahl flexibler Regelungen, nach denen Unternehmen (innerhalb von Grenzen) von bestimmten Bestimmungen des Arbeitszeitgesetzes abweichen können, sofern solche Vereinbarungen im Rahmen von Tarifverhandlungen ausgehandelt und organisiert werden.