Rahmentarifvertrag apotheker

Das Arbeitszeitgesetz regelt Überstunden und deren Ausgleich und definiert Überstunden als “Arbeit, die auf Initiative des Arbeitgebers zusätzlich zu den regulären Arbeitszeiten geleistet wird” (Arbeitsgesetz 2011). Die Höchstdauer der zulässigen Überstunden beträgt 138 Stunden pro vier Monate, wobei vorgesehen ist, dass sie 250 Stunden pro Jahr nicht überschreiten darf. Die Sozialpartner dürfen in Tarifverträgen Ausnahmen von diesen Regelungen machen, sofern diese Ausnahmefristen 12 Monate nicht überschreiten und die jährliche Überstundengrenze eingehalten wird. Die finnische Tarifverhandlungsagenda umfasst eine breite Palette von Fragen im Zusammenhang mit dem Arbeitsleben. In der jüngsten Vereinbarung auf zentraler Ebene, dem Pakt für Wettbewerbsfähigkeit, einigten sich die Spitzenorganisationen darauf, die folgenden Bestimmungen in den Verhandlungen auf sektoraler Ebene ihrer Mitglieder zu fördern: Der Verband der finnischen Unternehmen (SY) hat die größte Mitgliedschaft in allen wirtschaftsnahen Verbänden in Finnland. Die Mitgliederzahl besteht aus mehr als 115.000 Unternehmen aller Größen (obwohl die Hälfte der Mitglieder Einzelunternehmer sind) aus dem ganzen Land und umfasst das gesamte Geschäftsspektrum. SY wurde 1996 gegründet. Sie ist keine Verhandlungspartei in Tarifverhandlungen. Ein Tarifvertrag im Sinne dieses Gesetzes ist jede Vereinbarung, die von einem oder mehreren Arbeitgebern oder eingetragenen Arbeitgeberverbänden und einem oder mehreren eingetragenen Arbeitnehmervereinigungen über die Bedingungen geschlossen wird, die in Arbeitsverträgen oder in einer Beschäftigung im Allgemeinen einzuhalten sind. Im Sinne dieses Gesetzes bezeichnet der “Arbeitgeberverband” jede Vereinigung, deren spezifische Ziele die Wahrung des Interesses der Arbeitgeber an der Beschäftigung umfassen; “Arbeitnehmervereinigung” jede Vereinigung, deren spezifische Ziele die Wahrung der Interessen der Arbeitnehmer in der Beschäftigung sind. Die Arbeitsbedingungen der Arbeitnehmer werden auf der Grundlage von Rechtsvorschriften und Tarifverträgen festgelegt. Zu den wichtigsten Rechtsvorschriften über Arbeitsverhältnisse in Finnland gehören das Arbeitsvertragsgesetz, das Arbeitszeitgesetz und das Jahresurlaubsgesetz.

Mehrere Rechtsakte schützen die Nichtdiskriminierung und die Vielfalt am Arbeitsplatz. Diese Gesetze gelten für alle Arbeitnehmer, die für finnische Arbeitgeber arbeiten, unabhängig von ihrer Staatsangehörigkeit. Finnland verfügt traditionell über ein dreistufiges System, wobei Tarifverhandlungen normalerweise auf nationaler, sektoraler und lokaler Ebene stattfinden. Diese Praxis befindet sich jedoch derzeit in einem Wandel: Nach einer Änderung der internen Regeln in den Jahren 2015-2016 hat sich der Spitzenverband der finnischen Industrie (EK), der wichtigste Arbeitgeberverband, gegen die Teilnahme an Tarifverhandlungen auf zentraler Ebene entschieden. So könnte der Pakt für Wettbewerbsfähigkeit 2016, eine wichtige dreigliedrige Arbeitsmarktvereinbarung, die unter anderem einen Lohnstopp für 2017 und eine 24-Stunden-Verlängerung der Jahresarbeitszeit vorsieht, die letzte der großen zentralisierten Vereinbarungen gewesen sein.